Wenn es im Job nicht mehr weitergeht
Wenn es im Job nicht mehr weitergeht
Was sind die gefährlichsten Berufe? Eine jährlich stattfindende Untersuchung des Branchendienstes „Map-Report“ gibt hierzu Auskunft: Gerüstbauer, Dachdecker und Bergmänner sind besonders bedroht, unfreiwillig aus dem Erwerbsleben auszuscheiden.
Als positives Ergebnis des diesjährigen Map-Reports lässt sich festhalten, dass das Risiko einer Erwerbs- und Berufsunfähigkeit im Vergleich zu den Vorjahren gesunken ist. Demnach erhielten im Jahr 2009 rund 19,9 Prozent aller neu hinzugekommenen Rentner ihre Bezüge, weil sie vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden mussten. In den 90er Jahren waren dies noch weitaus mehr. „Die weit verbreitete These, jeder vierte Arbeitnehmer werde vorzeitig berufs- oder erwerbsunfähig, lässt sich also so nicht mehr halten“, schlussfolgert Manfred Poweleit, Chefredakteur des Map-Reports.
Ein Grund zur Entwarnung ist dies dennoch nicht. Gerade bei Berufen, die einen hohen Anteil an körperlicher Arbeit erfordern, müssen immer noch zu viele Erwerbstätige ihre Berufskleidung vorzeitig an den Nagel hängen. Bei den Gerüstbauern, Dachdeckern und Bergleuten erhält jeder zweite vorzeitig eine Rente. Bei den Frauen sind vor allem Krankenschwestern bedroht: 37,5 Prozent der Pflegerinnen werden zur Aufgabe ihres Berufes gezwungen. Doch auch wer im Büro arbeitet, ist vor einem vorzeitigen Aus nicht geschützt – mittlerweile zählen psychische Erkrankungen zu den wichtigsten Gründen, seinen Job aufzugeben. So hat sich die Zahl der Menschen mit Burnout-Syndrom von 2004 bis 2010 verzehnfacht.
Berufsunfähigkeitsversicherung bietet Schutz – wenn man eine Police erhält
Die staatliche Absicherung im Falle der Berufsunfähigkeit ist sehr gering und beträgt in der Regel maximal 30 Prozent des vorherigen Bruttolohnes. Eine echte Berufsunfähigkeitsrente erhält vom Staat sogar nur ein Berufstätiger, wenn er vor dem 01.01. 2001 vierzig Jahre und älter war: jüngere Generationen müssen mit einer Erwerbsminderungsrente von derzeit ca. 650 Euro monatlich Vorlieb nehmen. Zum Leben ist dies deutlich zu wenig.
Deshalb empfiehlt auch die Stiftung Warentest, zusätzlich privat vorzusorgen. Laut den Verbraucherschützern zählt eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu den wichtigsten Policen überhaupt. Ärgerlicherweise ist es gerade für gefährdete Berufsgruppen schwierig, einen solchen Schutz zu erhalten. Denn viele Versicherungen lehnen es ab, Risikoberufe zu versichern, oder verlangen einen deutlich höheren Beitrag.
Mehrere Anträge erhöhen Chancen auf Erfolg
Versuchen sollte man dennoch, eine passende Police zu finden, denn zwischen den Versicherungen gibt es auch bei der Akzeptanz von Risiken große Unterschiede. Hier kann es sinnvoll sein, zeitgleich bei mehreren Anbietern einen Antrag zu stellen. Manche Gesellschaften fragen in ihren Formularen, ob der Antragsteller zuvor bereits von einer anderen Versicherungsgesellschaft abgelehnt wurde. Diese Frage muss wahrheitsgemäß beantwortet werden und kann die Chancen auf einen BU-Schutz weiter verschlechtern. Wer mehrere Anträge gleichzeitig losschickt, hat zwar einen höheren Aufwand, erhöht aber zugleich seine Aussicht auf Erfolg.
Wer keinen BU-Schutz erhält, kann möglicherweise dennoch vorsorgen. Mittlerweile bietet die Assekuranz Alternativen zu einer Berufsunfähigkeitspolice an. Schwere-Krankheiten-Versicherungen, Körperschutzpolicen oder Invaliditätsabsicherungen sind hierfür nur drei Beispiele. Ein Versicherungsmakler hilft bei der Suche nach dem passenden Vertrag gerne weiter.
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