Gute Nachbarn, schlimme Nachbarn!
Gute Nachbarn, schlimme Nachbarn!
Ein Stück Frieden, Gelassenheit und Erholung wünscht sich jeder, wenn er nach einem harten Arbeitstag nach Hause kommt. Dann möchte man auf der Terrasse oder dem Balkoneinfach mal die Füße hoch legen und entspannen. Wenn da nicht der Nachbar wäre, der just in diesem Augenblick sein Heckenschere anschmeißt und an seinen Koniferen herumdoktert.
Dem Nachbarschaftsstreit hat sich eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung gewidmet. Immerhin 38 % der Befragten gaben an, sich in den letzten Jahren mit ihrem Nachbarn gestritten zu haben. Die häufigste Ursache für den Streit war Lärm – 14% der Umfrageteilnehmer fühlten sich davon belästigt. Das fängt mit dem Bellen des geliebten Hundes an und geht bis hin zur zu laut aufgedrehten Musikanlage des Juniors.
Platz zwei der Stressfaktoren belegen unerledigte Gemeinschaftsaufgaben. Wenn der Nachbar zum wiederholten Male vergisst das Treppenhaus zu kehren, dann ist für einige Hausbewohner das Maß voll. Auch Heimwerker sind nicht unbedingt beliebt. Wer öfter mit Bohrmaschine und Kreissäge werkelt und dadurch Lärm verursacht, der muss mit Beschwerden und Ärger rechnen. Immerhin acht Prozent der Befragten fühlten sich durch handwerkelnde Nachbarn gestört.
Was harmlos beginnt, kann sich schon mal zu einem Rechtsstreit ausdehnen. Immerhin gaben zwei Prozent der Interviewten an, schon einmal gerichtlich gegen den Nachbarn vorgegangen zu sein. Spätestens dann ist Hilfe von einem unabhängigen Dritten gefragt. Seit einigen Jahren bieten Anwaltskanzleien diesbezüglich den Service der Mediation an: In einer speziellen Ausbildung lernen Anwälte Konflikte zu lösen, ohne einen Richter einzuschalten. Beide Parteien sitzen dabei mit dem Mediator an einem Tisch und versuchen den Streit mit Hilfe des erfahrenen Schlichters beizulegen.
Diese Leistungen werden auch von der Rechtsschutzversicherung übernommen. Das Gute daran ist, dass man nicht unbedingt gegen den Nachbarn prozessieren muss. Oftmals reicht zur Beilegung eines Nachbarschaftsstreits schon eine dritte, neutrale Sicht der Dinge und etwas Vernunft. Mediatoren schonen das Portemonnaie der Beteiligten – und tragen dazu bei, den Nachbarschaftsfrieden wieder herzustellen.
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